ORTE DER DEMOKRATIEGESCHICHTE
Gartower Runde
Informelle Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern
Die Gartower Runde war ein informeller Kreis von Bürgerinnen und Bürgern aus der Region, die sich gegen die Atomprojekte auf unterschiedliche Weise engagierten: als Kläger, Rechtsbeistand, in Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen oder Parlamenten. Gemeinsam hatten sie zwei Ziele: den Abbruch der Endlagererkundung im Salzstock Gorleben sowie eine neue wissenschaftsbasierte und gesetzlich geregelte Standortsuche.
Eine zentrale Rolle nahmen dabei die Familie von Bernstorff und die örtliche Kirchengemeinde ein, die sich weigerten, ihr Land für die geplante Atommülldeponie zu verkaufen. Seit 1998 traf sich die Gartower Runde zunächst im Schloss, später im Forum der St. Georg Kirche, um eigene politische Strategien zu entwickeln. Als wichtiger Bestandteil des Gorleben-Widerstands versuchte sie, auf dem Rechtsweg, durch wissenschaftliche Expertise und informelle Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern ihren Argumenten Geltung zu verschaffen – und trug so zum Erfolg der Protestbewegung bei.