Gleisbesetzung beim 4. Castortransport im März 2001, Foto: R. Erhard
Gleisbesetzung beim 4. Castortransport im März 2001, Foto: R. Erhard

Blockaden gegen Castortransporte und Demonstrationsverbote

Die Castorbehälter wurden in der Regel aus Frankreich per Bahn ins Wendland transportiert. Nur für die letzten 20 km ins Gorlebener Zwischenlager ging es auf die Straße. Gleisbesetzungen waren deshalb ein zentrales Element der Anti-Castor-Proteste. Massenblockaden und Ankettaktionen auf den Schienen zwangen die Atommüllzüge regelmäßig zu langen Stopps. Die Bahnstrecke bei Hitzacker war Schwerpunkt dieser Aktivitäten. Als Reaktion verfügten die Behörden während der Castortransporte Demonstrationsverbote entlang der Transportstrecke sowie rund um den Verladebahnhof Dannenberg und rechtfertigten dies mit einer umfassenden Gefahrenprognose. Diese „Allgemeinverfügungen“ waren rechtlich umstritten. Die Bürgerinitiative argumentierte, die angebliche Gefährdungslage beruhe auf zweifelhaften Vermutungen und könne eine so weitreichende Einschränkung der Versammlungsfreiheit nicht begründen. Auch die Demonstrierenden ließen sich nicht abschrecken und setzten die gewaltfreien Gleisblockaden fort.

Hitzacker_Ausrangiert

Am 21.01.1995 veröffentlichen verschiedene Castor-Gruppen, die "Unbeugsamen" und die "Gorleben-Frauen" das Konzept zum "Zivilen Ungehorsam" - einer "Öffentlichen und gemeinsamen Schienendemontage" vor dem Dannenberger Castor-Verladekran. Am 10. Februar unterzeichnen über 300 Menschen eine Zeitungsanzeige und bekennen sich damit öffentlich zu zivilem Ungehorsam im Rahmen der Aktion "Ausrangiert".
Hausdurchsuchungen und - später wieder eingestellte - Prozesse waren die Folge.

Hitzacker_Schottern

Die 2009 von Bundeskanzlerin Angela Merkel geplante und schließlich beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke treibt in Gorleben, Berlin und anderen Städten Zehntausende Atomkraftgegner auf die Straße.

Mit der Kampagne „Gemeinsam kommen wir zum Zug“ und „Castor Schottern“ wurde öffentlich dafür geworben, Steine aus dem Schottergleisbett unter Bahngleisen zu entfernen („zu schottern“), um dadurch die Bahnstrecke für den Atommülltransport unpassierbar zu machen.

Hunderte von Aktivisten und Prominente erklärten öffentlich ihre Absicht, sich am Schottern zu beteiligen. Darunter einige Bundestags- und Landtagsabgeordnete der Linken, sowie KünstlerInnen wie Charlotte Roche und Bela B.

Hitzacker_Widersetzen

Pressemitteilung vom 2.8.2013
Die Gruppe „widerSetzen“ beteiligt sich seit etlichen Jahren an den Aktionen gegen die Atommüllerzeugung und speziell gegen die Castor-Transporte in das Zwischenlager Gorleben.

In den Jahren 2010 und 2011 organisierte sie umfangreiche Bahnblockaden, deren Teilnehmer in beiden Jahren nach der polizeilichen Räumung der Transportstrecke noch etliche Stunden in einem Freiluftkessel festgehalten wurden. Die Unzulässigkeit dieser Maßnahme wurde jetzt vom Landgericht Lüneburg beschieden.

Schienenblockade Harlingen, Foto: PubliXviewinG
Schienenblockade Harlingen, Foto: PubliXviewinG
Laternenumzug Hitzacker, Foto: PubliXviewinG
Schienenblockaden Göhrde, Foto: PubliXviewinG
Schienenblockade Harlingen, Foto: PubliXviewinG
Gedenkveranstaltung Sebastien, Bahnhof Hitzacker, Foto: PubliXviewinG
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